2020
2019
November 2019: Neues über COPD – Betroffene und Angehörige lernen aktiv dazu
Am 20. November 2019 lud die Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg anlässlich des Welt-COPD Tages zu einem Informationsabend mit dem Titel „Neues über COPD“ ein. Etwa 40 Betroffene, Angehörige und Interessierte konnten sich an Ausstellungsständen und in Vorträgen über einzelne Aspekte der COPD-Therapie informieren und Experten um Rat fragen. Wer konnte, probierte sich an kurzen Yoga- und Atemübungen, die zum gelungenen Abschluss der Veranstaltung beitrugen.
Gibt es neue Therapien um Betroffenen von COPD zu helfen? Diese und andere Fragen brannten den Besuchern der Veranstaltung auf der Seele. Die Türen der Thoraxklinik öffneten sich um 17 Uhr und allmählich trafen Betroffene und deren Angehörige im Albert-Fraenkel-Saal ein. Dort stand Professor Dr. med. Ralf Eberhardt, Leitender Oberarzt der Abteilung Pneumologie und Beatmungsmedizin für eine Stunde lang Rede und Antwort und die Besucher konnten sich an zahlreichen Informationsmaterialien bedienen, die der Lungeninformationsdienst (LID), die Deutsche PatientenLiga Atemwegserkrankungen e.V. (DPLA), das Studienzimmer Pneumologie, der Sozialdienst sowie die Raucherprävention der Thoraxklinik zur Verfügung gestellt hatten.
Im weiteren Verlauf des Abends gingen Mitarbeiter der Thoraxklinik in fünf Vorträgen auf ausgewählte Aspekte der COPD-Therapie ein. PD Dr. med. Daniela Gompelmann, Oberärztin für Pneumologie und Beatmungsmedizin, klärte über die Inhaltsstoffe von Inhalationssprays auf und erläuterte, welche Bedeutung die Anzahl und Symptome der sogenannten Exazerbationen oder „COPD-Krisen“ bei der Wahl der Inhaltsstoffe hätten.
Professor Dr. med. Ralf Eberhardt sprach über die verschiedenen Verfahren der endoskopischen und chirurgischen Lungenvolumenreduktion, die bei ausgewählten Patienten mit schwerem Lungenemphysem angewandt werden können, um einer Überblähung der Lunge entgegenzuwirken.
Eine Sauerstofftherapie kann in schweren Stadien der COPD Linderung verschaffen und Dr. med. Mavi Schellenberg, Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie, klärte darüber auf, wann eine Sauerstofflangzeittherapie (LTOT), oder nicht-invasive Beatmung (NIV) angeraten sind und welche Systeme dafür zur Verfügung stehen.
„Ohne Forschung gibt es keine Therapie“, erklärte Studienärztin Dr. med. Simone Hummler, und wies in ihrem Vortrag auf die Bedeutung klinischer Studien hin. Derzeit liefen etwa 100 Studien an der Thoraxklinik. In einer davon, der COSYCONET II-Studie, würden Zusammenhänge zwischen COPD und typischen Begleiterkrankungen untersucht. Nach dem Vortrag meldete sich eine Teilnehmerin der COSYCONET I-Studie zu Wort und empfahl anderen Betroffenen die Studienteilnahme, da sie sich durch die engmaschigen ärztlichen Untersuchungen gut betreut fühle. Professor Dr. med. Ralf Eberhardt ergänzte, dass viele Patienten ihn auf neue Therapiemöglichkeiten ansprächen und ihnen dabei nicht bewusst sei, welche Schlüsselrolle die Patienten selbst bei der Entwicklung neuer Therapien spielten.
Etwa drei Stunden nach Beginn der Veranstaltung lockerte Krankenpflegerin Linda Waßmuth, die nebenberuflich als Yogalehrerin tätig ist, das Publikum mit leichten Yoga- und Atemübungen auf. Viele Besucher machten begeistert mit und konnten selber ausprobieren, ob sich die Übungen positiv auf ihren Körper und ihre Seele auswirken. Yoga könne bei Lungenerkrankungen zur Förderung einer freien Atmung beitragen und dabei helfen das Bewusstsein zu schulen, auch, um einen besseren Umgang mit Ängsten zu erlernen, erläuterte Frau Waßmuth. Probestunden werden zukünftig regelmäßig an der Thoraxklinik Heidelberg angeboten.
Die Thoraxklinik Heidelberg organisiert jedes Jahr einen Informationsabend zum Thema COPD, dieses Jahr im Rahmen des anlässlich des Welt-COPD-Tages. Der nächste Termin dafür ist voraussichtlich im Sommer 2020
November 2019: Publizieren mit Strategie – DZL Nachwuchswissenschaftler beim Nature Masterclasses Workshop in Berlin
Vom 4. bis 5. November 2019 nahmen sechs ausgewählte Nachwuchswissenschaftler des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) am „Nature Masterclasses Workshop on Scientific Writing and Publishing“ in Berlin teil, um ihre Fähigkeiten im Verfassen von wissenschaftlichen Publikationen zu vertiefen und Einblicke in den erfolgreichen Publikationsprozess zu erhalten.
Für den dritten von den Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung (DZG) organisierten Workshop konnten sich Nachwuchswissenschaftler aller sechs DZG bewerben. Den 36 erfolgreichen Bewerbern bot sich die Möglichkeit zwei Chefredakteure der weltweit angesehenen Fachzeitschriften „Nature Medicine“ und „Nature Metabolism“ persönlich zu treffen und zu erfahren, wie man hochwertige Publikationen schreibt und sie erfolgreich zur Veröffentlichung in renommierten Fachzeitschriften bringt.
In einem interaktiven Austausch mit den Kursleitern erfuhren die Teilnehmer nach welchen Kriterien Publikationen von Top-Fachzeitschriften ausgewählt werden, mit welchen Mitteln man den eigenen Schreibstil verbessern kann und wie Redaktionsprozesse und Peer-Review ablaufen. Im praktischen Teil bekamen alle Teilnehmer die Gelegenheit selbstverfasste Texte mit den Kursleitern zu diskutieren und zu verbessern.
Alle sechs DZL-Teilnehmer waren begeistert vom Workshop und würden ihn ihren Kollegen wärmstens empfehlen. Dr. Natalia El-Merhie, Postdoktorandin am Forschungszentrum Borstel, Mitglied des Airway Research Center North, ARCN, fasst zusammen: „Der Workshop war sehr gut strukturiert und der Inhalt war hervorragend, mit kurzen Vorträgen, praktischen Trainingseinheiten, Gruppendiskussionen und der Möglichkeit der direkten Interaktion mit den Kursleitern.“
Dr. Christina Eichstaedt, Wissenschaftlerin an der Thoraxklinik Heidelberg, Mitglied des Zentrums für Translationale Lungenforschung (TLRC) Heidelberg, ist bereits sehr erfahren im Verfassen wissenschaftlicher Publikationen. Sie versprach sich von der Teilnahme am Workshop mehr Erfolg beim Publizieren in renommierten Fachzeitschriften und konnte von einigen Tipps profitieren: „Ich habe gelernt, dass man sein Manuskript und den Abstract mit einfachen Mitteln für den Leser viel interessanter gestalten kann. Gute Daten allein reichen nicht aus. Es braucht eine kohärente und ansprechende Geschichte, die das in den Daten enthaltene Wissen vermittelt.“
Agilo Kern, Doktorand der Medizinischen Hochschule Hannover, Mitglied des Biomedical Research in End-stage and Obstructive Lung Disease Hannover (BREATH), hat bereits vier Erstautorpublikationen. Für ihn wie alle jungen Wissenschaftler gilt, dass gutes wissenschaftliches Schreiben heute ein zentraler Aspekt einer erfolgreichen wissenschaftlichen Karriere ist und der Publikationsdruck ist enorm. Im Workshop lernte er, worauf es ankommt, wenn eine Publikation von renommierten Fachzeitschriften akzeptiert werden soll: “Die Editoren von Nature suchen nach wissenschaftlichen Ergebnissen, die von breitem Interesse sind. Sie sollten neue Schlussfolgerungen ermöglichen, das Verständnis in einem Fachbereich verändern, oder die Türen für weiterführende Forschung öffnen, d. h. ein hohes Potential aufweisen häufig zitiert zu werden.“
Dr. Anna Brichkina, Wissenschaftlerin am Institut für Molekulare Onkologie an der Philipps-Universität Marburg, Mitglied des Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC), konnte ihr Wissen aus dem Workshop bereits anwenden: “Ich weiß jetzt wie man einen guten Abstract schreibt und habe schon drei meiner Konferenz-Abstracts verbessert – obwohl kürzer sind diese nun treffender formuliert und gewinnen dadurch an Attraktivität“.
Am zweiten Tag des Workshops standen der Redaktionsprozess und das Peer-Review im Vordergrund. Praktische Übungen ermöglichten es den Teilnehmern, sich in die Lage von Editoren und Reviewern zu versetzen. Dr. Anne-Sophie Lamort, Postdoktorandin am Comprehensive Pneumologie Center München (CPC-M), fand sehr hilfreich zu lernen was einen guten Reviewer ausmacht: “Es war interessant die Revision aus dem Blick des Reviewers zu sehen. Es half uns die Anmerkungen der Reviewer besser zu verstehen und eventuelle Fragen durch kleine Modifikationen des Texts vorwegzunehmen.“
Magdalena Szcygieł, Doktorandin am Deutschen Krebsforschungszentrum, Mitglied des TLRC Heidelberg, hat ebenfalls etwas Überraschendes gelernt: „Ich habe nicht gewusst, dass 30% der Publikationen die nach der Revision abgelehnt werden doch erfolgreich sind, wenn man Berufung einlegt“.
Auch für die schon erfahrene Arbeitsgruppenleiterin Prof. Dr. Silke Meiners vom CPC-M gab es wichtige Details zur Veröffentlichungspraxis in renommierten Nature Journalen zu lernen. „Mir wurde klar, dass insbesondere eine kohärente Narrative wie auch die Stringenz der Argumentation für die Editoren von besonderer Wichtigkeit sind, ein Manuskript weiter zu bearbeiten. Auch ist der Cover Letter von großer Wichtigkeit, um Editoren für die eigene Story zu begeistern.
Der nächste DZG-organisierte Workshop wird im Frühjahr 2020 in Karlsruhe stattfinden. Die Teilnehmer werden sich über zweieinhalb Tage beim Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik) mit dem Thema Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit befassen.
Weitere Informationen zum Nature Masterclasses „Workshop on Scientific Writing and Publishing“ finden sich unter folgendem Link: https://masterclasses.nature.com/
September 2019: DZL mit renommiertem Balzan Preis ausgezeichnet
Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) wird mit dem international hoch renommierten Balzan Preis, der mit 750.000 Schweizer Franken dotiert ist, ausgezeichnet.Die Stiftung Preis Balzan fördert weltweit Kultur und Wissenschaften sowie verdienstvolle Initiativen für Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern.
Die Stiftung verleiht jährlich vier Balzan Preise an Forscher und Wissenschaftler bzw. Künstler, die sich in ihrem Tätigkeitsbereich auf internationaler Ebene hervorgetan haben. Die vier auszuzeichnenden Fachgebiete wechseln von Jahr zu Jahr und entstammen dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Kunst sowie der Physik, der Mathematik, den Naturwissenschaften und der Medizin. Der Zweck der Balzan Preise besteht darin, die Kultur und Wissenschaften sowie besonders verdienstvolle Initiativen für Humanität, den Frieden und die Brüderlichkeit unter den Völkern, unabhängig von Nationalität, Rasse und Religionszugehörigkeit, zu fördern. Die Preisvergabe erfolgt in einem internationalen Wettbewerb mit weltweiter Ausschreibung unter Leitung eines Komitees hochrangig ausgewiesener Experten.
In Mailand wurden heute die Namen der Preisträger 2019 durch den Präsidenten des Balzan Preisverleihungskomitees, Luciano Maiani, und durch den Präsidenten der Balzan Stiftung "Preis", Enrico Decleva, am Sitz der Stiftung Corriere della Sera verkündet und von bedeutenden Wissenschaftlern des Preisverleihungskomitees vorgestellt. Die Verleihung findet am 15. November in Bern statt.
Peter Suter, Honorarprofessor für Medizin der Universität Genf und ehemaliger Vorsitzender der Schweizer Akademie der Wissenschaften, begründete die Vergabe des Preises für das Fachgebiet „Pathophysiologie der Atmung: von der Grundlagenforschung zum Krankenbett“ an die Vorstandsmitglieder des DZL mit deren hervorragenden Leistungen, welche als Resultate innovativer Forschung neue Therapien und Verbesserungen der Lebensqualität von Patienten mit Lungenerkrankungen erbracht hätten. Zudem habe das DZL „neue Begeisterung und Ausbildungspfade für nächste Generationen von Wissenschaftlern geschaffen“.
Prof. Werner Seeger, Vorstandsvorsitzender und Sprecher des DZL, kommentierte: „Diese hohe Auszeichnung, in einem weltweiten Wettbewerb gewonnen, belegt das hohe internationale Renommee, das die deutsche Lungenforschung durch die Einrichtung eines nationalen Gesundheitszentrums auf diesem Gebiet erlangen konnte“.
Prof. Hans-Ulrich Kauczor, DZL-Vorstandsmitglied und Direktor des Heidelberger DZL-Standortes TLRC, hebt hervor: „Dieser prestigeträchtige Preis honoriert insbesondere die multidisziplinäre Zusammenarbeit in der Lungenforschung, die das einzigartige Profil des DZL prägt. Sie wird auch weiterhin ein zentraler Treiber für Innovation und Translation sein.“
Prof. Klaus Rabe, DZL-Vorstandsmitglied und Direktor des DZL-Nord-Standortverbunds ARCN, betont: „Diese Ehrung geht natürlich an das gesamte DZL und wird uns sicher motivieren, diese doch noch recht junge Forscherinitiative weiter voranzubringen. Besonders freue ich mich, dass hiermit auch unser klinisches Engagement und unser Einsatz für junge Wissenschaftler geehrt und weiter gefördert wird.“
Prof. Erika von Mutius, DZL-Vorstandsmitglied und Direktorin des Münchner DZL-Standorts CPC-M, zeigt sich erfreut „über diese hohe Auszeichnung unserer Arbeit im Deutschen Zentrum für Lungenforschung. Sie ist uns Ansporn zu weiterer exzellenter Forschung für alle unsere Patienten, damit neue Behandlungswege und Verbesserungen im Leben unserer von Lungenerkrankungen betroffenen Familien gefunden werden.“
Prof. Tobias Welte, DZL- Vorstandsmitglied und Direktor des Hannoveraner DZL-Standortverbunds resümiert: „Ich fühle mich als Stellvertreter für alle im DZL aktiven Wissenschaftler/Innen außerordentlich geehrt. Die Auszeichnung beweist, dass translationale Forschung, die Erkenntnisse aus dem Grundlagenbereich in die Anwendung in der Klinik bringt, für die Medizin der richtige Ansatz ist, um Patienten sichtbare Erfolge zu bringen und um junge Menschen für die Medizin und die Wissenschaft zu begeistern.“
Weitere Informationen: https://www.dzl.de/aktuelles/news/dzl-mit-renommiertem-balzan-preis-ausgezeichnet
Text: DZL Central Bild: R. Wegst
2018
März 2018: Interview mit Prof. Hans-Ulrich Kauczor
Lieber Herr Prof. Kauczor,
herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Ernennung zum Direktor des TLRC, dem Translational Lung Research Center Heidelberg. Das TLRC ist eines der fünf Zentren des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), zu dessen Vorstand Sie nun auch gehören.
Offiziell haben Sie am 1. Februar die Aufgaben des Direktors von Herrn Professor Mall übernommen, der in Berlin die Professur für Pädiatrische Pneumologie und Immunologie an der Charité –Universitätsmedizin angetreten hat.
Freuen Sie sich auf Ihre neuen Aufgaben als Direktor des TLRC?
Ja natürlich! Das ist eine tolle Herausforderung und eine tolle Erweiterung dessen, was wir bisher im TLRC und im DZL gemacht haben.
Welche Aufgaben werden das sein?
Die Aufgaben teilen sich in verschiedene Bereiche auf. Zum einen auf die Lungenforschung am Universitätsklinikum mit dem Extra-Bereich der kommissarischen Leitung der Abteilung Translationale Pneumologie. Zum anderen auf die Partner am Standort Heidelberg, das DKFZ, die Thoraxklinik und das EMBL, die ich nun erst einmal alle an Bord holen und auf eine neue strategische Ausrichtung fokussieren möchte. Und dann gibt es den dritten Bereich, die Vertretung des TLRC im DZL, sowohl im Vorstand als auch im DZL allgemein.
Februar 2018: “Sechs Tage in Triest”
Triest ist vielen bekannt als die Heimat des Illy Kaffee. Für die Radiologen Willi Wagner und Felix Wünnemann, hält diese Stadt aber eine ganz andere Attraktion bereit – die Elettra Synchrotrone Einrichtung. Beide Wissenschaftler arbeiten an neuartigen technologischen Entwicklungen zur besseren Darstellung der Lungenstruktur. Die hochauflösende Synchrotron-basierte Phasenkontrast-Tomographie bietet hier neue Möglichkeiten für die Charakterisierung von anatomischen Strukturen in gesunden und erkrankten Lungen.
Die sechs-tägige Stippvisite nach Triest war äußerst erfolgreich, indem Proof-of-Concept nachgewiesen werden konnte, dass Synchrotronstrahlen-basierte Phasenkontrastbildgebung lokaler Lungenareale grundsätzlich für eine Anwendung in der Klinik weiterentwickelt werden kann. Für die Proof-of-Concept Experimente transportierten Wagner und Wünnemann sechs Schweinelungen, die kontinuierlich mit Hilfe eines mobilen Kompressors ventiliert wurden, bei -15°C Außentemperatur, Schneetreiben und dem berüchtigten Bora Wind von Heidelberg nach Triest.
Dank der herausragenden Unterstützung und des Engagements von Dr. Giuliana Tromba und ihrem Team der SYRMEP Beamline sowie der Abteilung Radiologie des Ospedale di Cattinara (Bild 1) konnte in nur sechs Tagen eine sehr ambitionierte Versuchsabfolge durchgeführt werden, inklusive der Simulation und Bildgebung artifizieller Rundherde (Bild 2). Christian Dullin (Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universität Göttingen), ein Experte für Synchrotronstrahlen-basierte Phasenkontrastbildgebung, initiierte die Kooperation an diesem Projekt, dessen Durchführung möglich wurde durch das von Prof. Dr. Jürgen Biederer (Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Heidelberg) generierte ARTIChest Phantom (Bild 3). Trotz des engen Zeitrahmens konnten ausreichend Daten für eine Short Communication und ein weiteres Manuskript generiert werden (beide in Bearbeitung). Alle die in dieses anspruchsvolle Projekt involviert sind, erwarten mit Spannung die nächsten experimentellen Schritte auf dem Weg in die klinische Anwendung. Für Wünnemann und Wagner war die Zeit in der Elettra Synchroton Einrichtung zu kostbar um Triest zu erkunden, aber Illy Kaffee bewährte sich als ein äußerst wichtiger Parameter für die Nachtschichten, in denen die Synchrotron Strahllinien ihr Ziel finden mussten.
Februar 2018: Hans-Ulrich Kauczor wird neues DZL-Vorstandsmitglied
Im Rahmen des 7. DZL-Jahrestreffens hieß DZL-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Werner Seeger den Heidelberger Wissenschaftler Prof. Dr. Hans-Ulrich Kauczor offiziell als neues Vorstandsmitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung willkommen. Gleichzeitig bedankte er sich bei dem bisherigen Vorstandsmitglied Prof. Dr. Marcus A. Mall für sein jahrelanges hohes Engagement im DZL. Mall wurde zum Einstein-Professor und Professor des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (Berlin Institute of Health) berufen.
Prof. Hans-Ulrich Kauczor, Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, gehört dem DZL bereits seit seiner Gründung im Jahr 2011 als leitender Wissenschaftler (Principal Investigator) an. Er koordiniert gemeinsam mit Prof. Heinz Fehrenbach und Prof. Dr. Matthias Ochs die DZL-Plattform Imaging (Bildgebende Verfahren). Darüber hinaus ist der neue Direktor des DZL-Standortes Translational Lung Research Center Heidelberg (TLRC) auch kommissarischer Leiter der Abteilung für Translationale Pneumologie am Universitätsklinikum Heidelberg.
Mall, der von 2011 bis Anfang 2018 Vorstandsmitglied des DZL war, trat Anfang Februar die Professur für Pädiatrische Pneumologie und Immunologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin an. Er übernimmt die Leitung der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie mit Intensivmedizin sowie die pädiatrische Notaufnahme der Charité. Dem DZL wird er durch assoziierte Partnerschaft und Koordinierung der Disease Area Cystische Fibrose verbunden bleiben.
2017
Oktober 2017: Cystische Fibrose: chronische Infektionen mit Lungenkeim verhindern
Chronische Infektionen mit dem Lungenkeim Pseudomonas aeruginosa verändern das Mikrobiom in der Lunge von CF-Patienten / Frühe Entdeckung und Bekämpfung von Infektionen könnte Verschlechterung der Lungenfunktion verhindern/ Atemwege sind Ökosystem wie der Darm / Publikation in der Fachzeitschrift „European Respiratory Journal"
September 2017: DZL-Forscherin erhält Chris Bolliger Award
Dr. Daniela Gompelmann, leitende Wissenschaftlerin am Translational Lung Research Center Heidelberg (TLRC) wurde mit dem Chris Bolliger Award ausgezeichnet, den sie für ihren herausragenden wissenschaftlichen Artikel „Pneumothorax following Endobronchial Valve Therapy and Its Impact on Clinical Outcomes in Severe Ephysema” erhielt. Der Preis wurde in diesem Jahr erstmalig bei beim European Respiratory Society Kongress in Mailand, Italien vergeben.
Der Chris Bolliger Award wird an Autoren viel zitierter wissenschaftlicher Artikel in der Fachzeitschrift Respiration verliehen und ist dem verstorbenen Chris Bolliger gewidmet, einem bedeutenden Wissenschaftler in der Pulmonologie und dem früheren Chefredakteur von Respiration
September 2017: Die ZEIT präsentiert 5 Jahre Erfolgsgeschichte des DZL
In einer Sonderveröffentlichung "Forschungswelten: Spitzenforschung" präsentiert sich das Deutsche Zentrum für Lungenforschung und seine fünfjährige Erfolgsgeschichte in der ZEIT. In fünf Einzelbeiträgen werden Highlights zu aktuellen Fortschritten in der Erforschung von einer Reihe von Lungenerkrankungen vorgestellt. Der interdisziplinäre Forschungsansatz zum Wohle der Patienten steht im Mittelpunkt des Forschungsverbundes an dem 28 führende deutsche Forschungsinstitute und Universitätsklinka beteiligt sind. Professor Dr. Werner Seeger, Sprecher des DZL, berichtet über die Bedeutung der Lungenforschung, die internationale Sichtbarkeit des DZL und seine Zukunftsvision zum Forschungsverbund. Neben der Veröffentlichung in der Druckversion erscheinen ab heute auch zusätzliche Online-Beiträge unter ZEIT ONLINE zu speziellen Erfolgsbeispielen der ersten fünf Jahre seit dem Bestehen des Zentrums.
Weiterlesen in der ZEIT ONLINE:
01.08.2017: Zum 1. August tritt Professor Dr. Hauke Winter (DZL Principal Investigator) sein neues Amt als Chefarzt und Leiter der Abteilung für Thoraxchirurgie an der Thoraxklinik Heidelberg an.
Juli 2017: Wissenschaftsrat lobt Deutsche Zentren für Gesundheitsforschung (DZG)
Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Deuschen Zentren der Gesundheitsforschung
Juni 2017: Krankhafter Eisenüberschuss: Auch die Lunge ist betroffen
Sammelt sich im Körper z.B. aufgrund eines genetischen Defekts zuviel Eisen an, lagert es sich unter anderem in Leber, Bauchspeicheldrüse, Herz und Gelenken ein und schädigt deren Funktion. Die Lunge war diesbezüglich noch nicht unter Verdacht geraten, doch auch sie ist betroffen, wie Heidelberger Wissenschaftler in einem interdisziplinären Projekt mit Arbeitsgruppen des Deutschen Zentrums für Lungenforschung in Gießen und Hannover nun entdeckt haben. „Im Tiermodell für eine genetisch bedingte und schwer verlaufende Form der Eisenspeicherkrankheit war die Lunge, jedenfalls bestimmte Zelltypen des Lungengewebes, beinahe ebenso mit Eisen überladen wie die Leber“, sagt Joana Neves, Erstautorin des dazu im Fachjournal EBioMedicine erschienen Artikels, die im Team von Professor Dr. Martina Muckenthaler, Abteilung Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg, forscht. Bei den Mäusen erschwerte dies die Atmung: Die Lunge war weniger dehnbar, das Atemvolumen in Folge verringert. Wie es sich beim Menschen verhält, muss noch geprüft werden.
Literatur:
Neves J, Leitz D, Kraut S, Brandenberger C, Agrawal R, Weissmann N, Mühlfeld C, Mall MA, Altamura S, Muckenthaler MU. Disruption of the Hepcidin/Ferroportin Regulatory System Causes Pulmonary Iron Overload and Restrictive Lung Disease. EBioMedicine. 2017 Apr 29. pii: S2352-3964(17)30191-3. doi: 10.1016/j.ebiom.2017.04.036. [Epub ahead of print]
Mai 2017: Die Eurpoean Respiratory Society (ERS) ernennt Professor Marcus Mall zum Fellow of ERS (FERS)
Die Ernennung zum Fellow of ERS, aus den Reihen der ERS Mitglieder, ist eine Anerkennung für herausragende Beiträge zur Wissenschaft, Lehre und Klinik in der Pneumologie und Beatmungsmedizin.
Die Auszeichnung vereint Mitglieder, die in ihrem Fachgebiet Herausragendes geleistet haben und gemeinsam als Wissenschaftsrat die ERS in verschiedensten Angelegenheiten berät.
Der Empfang für die FERS 2017 wird während des ERS Kongresses in September, in Mailand, stattfinden.
May 2017: Aktionstag des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) am 12. Mai 2017 - damit keinem die Luft ausgeht
Anlässlich seines fünfjährigen Bestehens machte das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL), Standort Heidelberg, am 12. Mai von 11 bis 17 Uhr am Anatomie-garten in der Heidelberger Altstadt auf sich aufmerksam, informierte und klärte auf. Vielfältiges Infomaterial zur Lunge, den häufigsten Lungenerkrankungen, dem DZL und der Thoraxklinik , kostenlose Lungen-funktionsmessungen im LufuMobil sowie ein Lungenquiz, Seifenblasen, Windräder und Luftballons zogen große wie kleine Passanten an.
February 2017: 15th Symposium of the Cystic Fibrosis Center Heidelberg
The 15th Symposium of the Cystic Fibrosis Center Heidelberg focused on new therapies for the treatment of the CF basic defect and the treatment of diabetes in CF patients. Over 180 patients, next of kin and care professionals attended the symposium.
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Video Clips der Vorträge (in German)















