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Lungenfibrose – Neues Verfahren zur Darstellung aktiver Vernarbungsprozesse

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Forschende des TLRC arbeiten an bildgebenden Verfahren zur verbesserten Darstellung von Lungenfibrosen. In einer im Journal of Nuclear Medicine erschienenen Studie zeigten sie, dass Computertomografie in Kombination mit Positronen Emissions Tomografie (PET/CT) dazu eingesetzt werden kann, Zellen abzubilden, die aktiv am Vernarbungsprozess der Lunge beteiligt sind. In weiteren Studien soll geprüft werden, ob das neue Verfahren eine genauere Prognosestellung ermöglichen und zur Beurteilung des Therapieerfolgs eingesetzt werden kann. 

Lungenfibrose, oder „Narbenlunge“, ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Krankheitsbilder, bei denen es zu einem Umbau des Lungengerüsts kommt, der die Funktionsfähigkeit der Lunge fortlaufend reduziert. Im Krankheitsverlauf einer Fibrose wird vermehrt Bindegewebe gebildet. Wenn dieses sich verhärtet und vernarbt, wird die Dehnbarkeit der Lunge und ihre Fähigkeit zum Gasaustausch stark einschränkt. Die Lungenfunktion von Betroffenen vermindert sich. Sie leiden anfangs unter Atemnot und Reizhusten, im weiteren Verlauf führt die schnell fortschreitende Erkrankung oft vorzeitig zum Tod.

 

Computertomografie wird bereits standardmäßig als bildgebendes Verfahren zur Diagnose von Lungenfibrosen eingesetzt, kann aber die Aktivität der fibrosierenden Prozesse nicht abbilden. Ein Team von Forschenden des Universitätsklinikums Heidelberg, der Thoraxklinik Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums hat deshalb untersucht, ob sich CT in Kombination mit PET  dazu eignet, aktive Vernarbungsprozesse sichtbar zu machen indem die Aktivität bestimmter Bindegewebszellen — den Fibroblasten — abgebildet wird. s. Aktive Fibroblasten bilden große Mengen des Fibroblasten Aktivierungsproteins (FAP). Die Forschenden setzten radioaktiv-markierte Moleküle, sogenannte FAPI-Tracer ein, um FAP auf PET/CT-Aufnahmen der Lunge sichtbar zu machen.

 

Für die Pilotstudie wurden PET/CT Aufnahmen der Lungen von 15 Patientinnen und Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 71 Jahren rückwirkend analysiert. Es zeigte sich, dass FAPI-PET/CT für die bildliche Darstellung von fibrosierenden und entzündlichen Gewebeprozessen gut geeignet ist. Die Stärke des Verfahrens bestünde darin, dass damit aktive Vernarbungsprozesse, die auf ein schnelles Fortschreiten der Krankheit hinweisen, sichtbar gemacht werden können. Weitere Studien mit einer größeren Zahl von Probandinnen und Probanden sind geplant, um die Aussagekraft dieser Methode für die klinische Anwendung zu bestätigen. Sollte sich die Methode bewähren, könnte man testen, ob sich Vernarbungsprozesse durch die Einnahme von Medikamenten verlangsamen oder gar zum Stillstand kommen. Außerdem könnten damit Prognosen über den Krankheitsverlauf verbessert werden.

/ TLRC - Doreen Penso Dolfin

 

Weitere Informationen:


Fibroblast Activation Protein specific PET/CT imaging in fibrotic interstitial lung diseases and lung cancer: a translational exploratory study. Röhrich M, Leitz D, Glatting FM, Wefers AK, Weinheimer O, Flechsig P, Kahn N, Mall MA, Giesel FL, Kratochwil C, Huber PE, von Deimling A, Heußel CP, Kauczor HU, Kreuter M, Haberkorn UA.J Nucl Med. 2021 Jul 16:jnumed.121.261925. doi: 10.2967/jnumed.121.261925.