
Prof. Dr. Daniel Kazdal | |
Postdoktorand | |
Molekularpathologisches Zentrum (MPZ) Sektion für Biomarkerentwicklung und Molekulare Diagnostik, Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg | |
Ausbildung
Nach erfolgreichem Abschluss seines Biologe-Studiums an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Wien, promovierte Daniel Kazdal im Jahr 2015 in der Abteilung für forensische Molekularbiologie des Instituts für Rechtsmedizin Mainz. Im Anschluss wechselte er als Postdoktorand an das Pathologische Institut der Universitätsklinik Heidelberg und legte dort seinen Forschungsschwerpunkt auf die intratumorale Heterogenität des pulmonalen Adenokarzinoms sowie auf die molekularen Alterationen in Bezug der translationalen Thorax-Pathologie. Seit 2018 ist er neben seiner Forschungsarbeit auch in der Molekulardiagnostik am Molekularpathologischen Zentrum (MPZ) des pathologischen Instituts der Universitätsklinik Heidelberg tätig.
Expertise
Durch sein Aufgabenspektrum am Molekularpathologischen Zentrum, wie der Auswertung von DNA und RNA basierten Next Generation Sequencing (NGS) Profilen und durch die Teilnahme an molekularen Tumorboards, verfügt Daniel Kazdal über eine umfassende Expertise in der molekularpathologischen Diagnostik, insbesondere für Lungenkarzinome.
Im Rahmen seiner fortlaufenden Forschungsarbeiten, hat er bereits in mehreren Publikationen die räumliche Verteilung und Variabilität morphologischer und molekularbiologischer Marker auf verschiedenen Ebenen mit unterschiedlichen Methoden untersucht (z.B. NGS: onkogene Treibermutationen, mitochondriale Alterationen Tumormutationslast; 450K: epigenetische Profile; Nanostring: Genexpressionsprofile; digitale Pathologie: Immunhistologie). Die Korrelation mit klinischen Verlaufsdaten unterstützt dabei die Identifikation molekularer Parameter, die eine klinisch-prognostische oder mögliche prädiktive Relevanz haben. Darüber hinaus zeigt diese umfassende multiregionale Analyse die Reliabilität diagnostisch relevanter Biomarker auf, indem die Varianz zwischen der Analyse einzelner Proben/Biopsien und der tatsächlichen Gesamtsituation im Tumor vergleichend untersucht wird.
- Intratumorale Heterogenität (ITH) des pulmonalen Adenokarzinoms
- Identifizierung und Evaluation von Biomarkern für die molekularpathologische Diagnostik
- Translationale Thoraxpathologie
Lungenkrebs
1. Ball M, Romanovsky E, Schnecko F, Kirchner M, Neumann O, Brandt R, Beck S, Seker-Cin H, Kluck K, Ourailidis I, Goldschmid H, Fink A, Volckmar AL, Menzel M, Allgäuer M, Schirmacher P, Budczies J, Stenzinger A, Kazdal D. Clinical Implementation of a High-Throughput Automated Comprehensive Genomic Profiling Test: TruSight Oncology 500 HT. J Mol Diagn. 2025 Feb;27(2):154-162. doi: 10.1016/j.jmoldx.2024.11.005. Epub 2024 Dec 12. PMID: 39674366; PMCID: PMC12179514.
2. Budczies J, Kazdal D, Menzel M, Beck S, Kluck K, Altbürger C, Schwab C, Allgäuer M, Ahadova A, Kloor M, Schirmacher P, Peters S, Krämer A, Christopoulos P, Stenzinger A. Tumour mutational burden: clinical utility, challenges and emerging improvements. Nat Rev Clin Oncol. 2024 Oct;21(10):725-742. doi: 10.1038/s41571-024-00932-9. Epub 2024 Aug 27. PMID: 39192001.
3. Menzel M, Ossowski S, Kral S, Metzger P, Horak P, Marienfeld R, Boerries M, Wolter S, Ball M, Neumann O, Armeanu-Ebinger S, Schroeder C, Matysiak U, Goldschmid H, Schipperges V, Fürstberger A, Allgäuer M, Eberhardt T, Niewöhner J, Blaumeiser A, Ploeger C, Haack TB, Tay TKY, Kelemen O, Pauli T, Kirchner M, Kluck K, Ott A, Renner M, Admard J, Gschwind A, Lassmann S, Kestler H, Fend F, Illert AL, Werner M, Möller P, Seufferlein TTW, Malek N, Schirmacher P, Fröhling S, Kazdal D, Budczies J, Stenzinger A. Multicentric pilot study to standardize clinical whole exome sequencing (WES) for cancer patients. NPJ Precis Oncol. 2023 Oct 20;7(1):106. doi: 10.1038/s41698-023-00457-x. PMID: 37864096; PMCID: PMC10589320.
4. Neumann O, Burn TC, Allgäuer M, Ball M, Kirchner M, Albrecht T, Volckmar AL, Beck S, Endris V, Goldschmid H, Lehmann U, Seker-Cin H, Uhrig S, Roessler S, Budczies J, Fröhling S, Longerich T, Wagner AH, Vogel A, Schirmacher P, Stenzinger A, Kazdal D. Genomic architecture of FGFR2 fusions in cholangiocarcinoma and its implication for molecular testing. Br J Cancer. 2022 Nov;127(8):1540-1549. doi: 10.1038/s41416-022-01908-1. Epub 2022 Jul 23. PMID: 35871236; PMCID: PMC9553883.
5. Kazdal D, Endris V, Allgauer M, Kriegsmann M, Leichsenring J, Volckmar AL, Harms A, Kirchner M, Kriegsmann K, Neumann O, Brandt R, Talla SB, Rempel E, Ploeger C, von Winterfeld M, Christopoulos P, Merino DM, Stewart M, Allen J, Bischoff H, Meister M, Muley T, Herth F, Penzel R, Warth A, Winter H, Frohling S, Peters S, Swanton C, Thomas M, Schirmacher P, Budczies J, Stenzinger A. Spatial and temporal heterogeneity of panel-based tumor mutational burden (TMB) in pulmonary adenocarcinoma: separating biology from technical artifacts.J Thorac Oncol. 2019.
Lungenforschung - Projekte
1. Intratumorale Heterogenität immunonkologischer Faktoren
Genexpressionsprofile sind potentiell vielversprechende Marker für Prädiktion des Ansprechens auf Immuncheckpoint Inhibitoren, weil sie gleichzeitig mehrere immunonkologische Aspekte abbilden können. Es ist geplant die inter- und intratumorale Heterogenität verschiedener Gensignaturen, die mit der Immunreaktion und den Wechselwirkungen zwischen Tumorzellen und Immunzellen assoziiert sind darzustellen. Dazu soll in einer Multiregionalen Analyse das Expressions-Level von 770 ausgewählten Genen (Nanostring IO 360) bestimmt und sowohl mit histologischen als auch mit genetischen Daten korreliert werden.
2. Genetische Alterationen der Mitochondrien
In mehreren Vorarbeiten konnten wir zeigen, dass somatische Mutationen des mitochondrialen Genoms (mtDNA) innerhalb eines Tumors entweder ubiquitär in allen Segmenten oder begrenzt auf bestimmte Areale auftreten. Ubiquitäre Mutationen konnten dabei auch bei im Verlauf auftretenden Rezidiven detektiert werden. Es soll nun untersucht werden ob eine mtDNA Sequenzierung des Primärtumors mit konsekutiver Analytik des Blutplasmas ein geeigneter Ansatz für das klinische Monitoring der Tumorerkrankung, bspw. für Identifizierung einer frühen Rezidivsituation ist.
3.Digitale Pathologie
Die exakte Bestimmung des Tumorzellgehalts des zu untersuchenden Probenmaterials ist für viele molekularbiologische Analysen in der klinischen Molekulardiagnostik essentiell, um aussagekräftige Ergebnisse ableiten und Fehlinterpretationen vermeiden zu können. Mittlerweile stehen verschiedene computergestützte Analysemethoden zur Verfügung („digitale Pathologie“), die immun-/ histopathologische Auswertungen unterstützen und erweitern können. Diesbezüglich soll in einer Studie die Konkordanz zwischen semi-automatisierter und konventioneller Quantifizierung des Tumorzellgehalts evaluiert werden. Als Probenmaterial sollen digitalisierte H&E- und TTF-1 gefärbte Schnittpräparate von pulmonalen Adenokarzinomen unterschiedlicher Wuchsmuster dienen. Es ist geplant zwei digitalpathologische Softwarelösungen einzusetzen und mit der konventionellen Evaluation mehrerer Teilnehmer mit unterschiedlichen Erfahrungsgrad in der pathologischen Fallarbeit zu vergleichen.

