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5 Fragen an Arturo Olivares Rivera

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Arturo Olivares Rivera, ein in der Forschung tätiger Assistenzarzt an der Thoraxklinik (Arbeitsgruppe von DZL-PI F. Trudzinski), absolviert derzeit in Birmingham (Großbritannien) eine Forschungs- und Klinikrotation zum Thema Alpha-1-Antitrypsin-Mangel. Er hat seine Rotation am 1. Juni begonnen und wird bis Ende Juli dort bleiben.

1. Was umfasst Ihre derzeitigen Aufgaben in Ihrem Tätigkeitsbereich?

Ich bin Assistenzarzt in der Pneumologie an der Thoraxklinik Heidelberg. Außerdem leite ich ThoraxKliPS, unser Zentrum für klinische Studien nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) im Bereich der Pneumologie. Dort führen wir unter anderem Studien zu COPD, Asthma und interstitiellen Lungenerkrankungen durch. Zu meinen Aufgaben gehört die Organisation klinischer Studien mit verschiedenen Sponsoren. Bei unseren investigator-initiierten Studien (IITs) arbeite ich gemeinsam mit den Prüfärztinnen und Prüfärzten an der Erstellung der Studienprotokolle. Nach dem Start der Studie bin ich für das Screening geeigneter Patientinnen und Patienten, sowie für deren Betreuung während der gesamten Studiendauer verantwortlich. Im klinischen Alltag unterstütze ich zudem meine Vorgesetzte in der Alpha-1-Antitrypsin-Ambulanz.

 

2. Warum haben Sie sich auf Alpha-1-Antitrypsin-Mangel spezialisiert?

Anfangs war es eher ein glücklicher Zufall: Die Betreuerin meiner Promotion, Prof. Franziska Trudzinski, bot mir die Möglichkeit, im Rahmen meiner Promotion zum Dr. med. gemeinsam mit ihr an diesem Thema zu arbeiten. Das Projekt erwies sich sowohl wissenschaftlich als auch organisatorisch als äußerst spannend. Bereits zu Beginn entstand eine Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover. Außerdem erhielten wir eine Förderung des Alpha-1-Zentrums Deutschland für die Durchführung unserer prospektiven Studie. Wie so oft in der Wissenschaft gilt: Je mehr man liest, desto mehr Fragen ergeben sich und desto größer wird das Interesse, diese zu beantworten. So wurde der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel schließlich zum Schwerpunkt meiner Forschung.

 

3. Woran arbeiten Sie während Ihres Forschungsaufenthalts in Birmingham?

Ich bin Teil der EARCO (European Alpha-1 Research Collaboration). Die Organisation bietet ihren Early Career Members (ECMs) die Möglichkeit, im Rahmen eines Mobilitätsprogramms ein anderes Alpha-1-Zentrum zu besuchen, um dessen Arbeitsweise kennenzulernen und den wissenschaftlichen Austausch zu fördern. Meine Betreuerin vor Ort, Prof. Alice Turner, ging sogar noch einen Schritt weiter und organisierte für mich eine kombinierte klinische und wissenschaftliche Rotation, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Während dieses Aufenthalts arbeite ich hauptsächlich an der Erstellung eines systematischen Reviews zur Diagnostik des Alpha-1-Antitrypsin-Mangels, welches als Grundlage für die Leitlinien der European Respiratory Society (ERS) dienen soll. Besonders dankbar bin ich außerdem für die Möglichkeit, in den Alpha-1- und COPD-Ambulanzen der NHS-Krankenhäuser in Birmingham klinisch mitzuarbeiten und wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln.

Ein besonderer Dank gilt der E&H Knorr Stiftung für ihre finanzielle Unterstützung, die diesen Forschungsaufenthalt überhaupt erst ermöglicht hat.

 

4. Wie unterscheidet sich der Forschungsalltag in Birmingham von Ihrer Arbeit an der Thoraxklinik?

Im Vergleich zu meinem üblichen Arbeitsalltag unterscheidet sich während dieser Rotation vor allem der praktische Ablauf: Ich verbringe deutlich mehr Zeit im Büro und arbeite intensiv am systematischen Review. Das Team von Prof. Turner hat jedoch sichergestellt, dass ich auch in den Ambulanzen mit Patientinnen und Patienten arbeiten kann. Dadurch habe ich die Gelegenheit, die Versorgung von Menschen mit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel in einem anderen Gesundheitssystem kennenzulernen. So wird zum Beispiel die Augmentationstherapie hier nicht von den Krankenkassen erstattet und daher nicht bei allen Patientinnen und Patienten eingesetzt. Bei Bedarf besteht zudem eine engere Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Humangenetik und Hepatologie. Ich habe gelernt, welche Dinge wir in Heidelberg bereits sehr gut machen und welche anderen Arbeitsweisen und Ideen ich mitnehme um diese dort auszuprobieren. Es ist sehr bereichernd zu erleben, wie andere Universitäten und Gesundheitssysteme arbeiten.

 

5. Und abseits der Klinik: Was war das Highlight Ihres Aufenthalts in Birmingham?

Haben Sie schon einmal von Birmingham gehört? Ich vermute, die meisten Menschen eher nicht. Es überrascht mich, wie lebendig, multikulturell, offen, grün und gastfreundlich diese Stadt ist. Die Menschen sind überall und jederzeit freundlich und höflich. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Atmosphäre in den Pubs während der Fußball-Weltmeisterschaft. Und selbst die Hitzewelle fiel hier deutlich milder aus als in Deutschland.

July 15, 2026

 

Zusätzliche Links:

https://www.birmingham.ac.uk/staff/profiles/applied-health/turner-alice

https://www.earco.org/